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Family CARE Project

Individuelle Unterstützung armer Familien! Hilfe zur Selbsthilfe!

Family CARE ProjectDas Projekt Family Cambodian Active Rural Engagement (CARE) unterstützt arme Familien in ländlichen Gebieten Kambodschas. Durch die individuelle und nachhaltige Unterstützung, z.B. durch Nutztiere, Saatgut, Geräte für den Ackerbau, vieh- und ackerbau- und vermarktungsbezogene Fortbildungen, geben wir den Familien eine Existenzgrundlage.

 

Family CARE ProjectSo profitiert die ganze Familie von der Unterstützung.
Auch die Jüngsten haben einen Vorteil von unserer Förderung, da ihr Schulbesuch mitunterstützt wird.
Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen und den Familien bzw. den Kindern eine bessere und eigenständige Zukunftsperspektive zu geben.

 

Hühnerzucht und Schweinezucht

Die Familien erhalten von uns zu Beginn entweder ein Ferkel oder sieben Hennen und einen Hahn. Wir bieten ihnen zusätzlich verschiedene Seminare an, um Fachwissen zu erlangen, und stellen ihnen außerdem Materialien für den Bau der Stallungen und die Versorgung der Tiere zur Verfügung. Durch regelmäßige Betreuung eines fachkundigen Trainers wird das Fachwissen noch weiter ausgebaut.
 
Durch das Bereitstellen von Samen und Arbeitsmaterialen, wie Schaufel, Gießkanne oder Netze zur Begrenzung der Felder, garantieren wir einen effektiveren Arbeitsprozess und die körperliche Entlastung der Familie.

Wie läuft das Projekt ab?

Projektstatus: Laufendes Projekt
Projektstart: Frühling 2010
Projektdauer: Dauer einer Projekteinheit: 1/2 Jahr
Projektziel:
  • Nachhaltige Unterstützung von armen Familien in ländlichen Gebieten
  • Schaffung einer Existenzgrundlage, um so eine eigenständige Verbesserung der Lebenssituation zu fördern
  • Verbesserung der Bildungschancen für die Kinder
Durchführung:
  1. Treffen mit dem Dorfältesten zur Ermittlung der Dorfstruktur und der Lebensstandards der Familien
  2. Familien erhalten je nach Einkommensstandard ein Schwein bzw. 7 Hühner & 1 Hahn (wir verwenden die ID-Poor-Kriterien der Regierung, um den Einkommensstandard zu bestimmen)
  3. Bereitstellung von Arbeitsmaterialien & Materialien für den Bau der Stallungen
  4. Regelmäßige Betreuung durch einen fachkundigen Trainer
  5. Verpflichtende Seminare zum Erlernen des Fachwissens und zur Förderung des Zusammenhaltes untereinander
  6. Nach einem halben Jahr keine Versorgung mehr mit Material, jedoch weiterhin Seminare und Gruppengespräche
Evaluation: Nach Abschluss einer Projekteinheit: Fragebogen zur Ermittlung der Entwicklung der Lebenssituation

Berichte aus dem Dorf

– Das Leben in die eigene Hand nehmen

Der Hühnerstall im AnfangsstadiumDy Sarith (33) weiß, wie es geht. Schließlich hat er lange genug für andere Leute Hühner gezüchtet, manchmal gar einhundert bis zweihundert an der Zahl. Bis 2010 arbeitete er nämlich in Thailand auf einer Hühnerfarm. „Das war gut, da konnte ich viel Erfahrung sammeln“, erinnert er sich. Dorthin zurück möchte er aber nicht.

Stattdessen ist er froh, heute für sich selbst sorgen zu können. Damals, vor anderthalb Jahren, bekam er von uns sechs Hennen und einen Hahn, die er immer noch sein eigen nennt. Und aus diesem kleinen Grundstock hat er mit all seiner Expertise so einiges rausholen können: Zwischenzeitlich hatte er ganze zweihundert eigene Hühner! Die meisten davon konnte er verkaufen. Für je 10 ausgewachsene Hühner bekam er $25-$50 (18€-37€), was einen sehr stolzen Gewinn machte und seine Lage erheblich verbesserte.

Allerdings starben einige Hühner an Krankheiten, andere wurden von Hunden gerissen. „Einen neuen, sicheren Hühnerstall zu bauen, ist daher das allerwichtigste, damit sowas nicht nochmal passiert“, erklärt Dy Sarith. Einen Hühnerstall zu kaufen, kommt für ihn nicht in Frage, schließlich weiß er ja, wie man selbst mit Bambus und Maschendraht einen guten Stall bauen kann.

Den braucht er auch für einen anderen Zweck: „Ich möchte mir eine feste Basis von 50 Hühnern aufbauen.“ So ist es einfacher, weitere zum Verkauf heranzuzüchten, da einzelne Ausfälle nicht mehr so schwer wiegen. Damit sein Plan aufgeht, muss er jedoch zuerst den neuen Stall fertigstellen. Bis dahin hat er zusätzlich zu seinen eigenen Hühnern auch die Aufzucht der Gänse seines Nachbarn übernommen und darf dafür die Hälfte aller Gänseküken behalten. Ein guter Deal.

Dy Sarith„Ja, momentan geht’s uns ziemlich gut“, sagt Dy Sarith. Mit „uns“ meint er sich und seine Frau, die er vor nicht allzu langer Zeit geheiratet hat. Neben der Geflügelzucht haben sie auch ein Maisfeld und etliche Bananenbäume. Nur Kinder haben sie noch keine. Zwei würden sie gerne haben wollen, ein Mädchen und einen Jungen. Und vielleicht wird auch dieser Plan bald aufgehen.

– Schritt für Schritt in ein besseres Leben

Das Haus von On Von und Yoeurn LeyDie Situation von On Von (56) und ihrem Mann Yoeurn Ley (52) hätte bedrückender kaum sein können: Manchmal reichte das selbst angebaute Gemüse und das angesparte Geld nur für zwei Mahlzeiten am Tag, bestehend aus Reis, Haferbrei, Trichterwinde und ein wenig Gemüse.

Vor bald zwei Jahren erhielten sie dann von uns 7 Hennen und einen Hahn. Dank der Workshops, die ein bis zwei Mal im Monat stattfanden, konnten sie ihre Hühner erfolgreich durch alle Tiefs und Hochs bringen und haben heute ausreichend zu essen. „Wir sind nicht reich“, sagt On Von, „Aber es ist genug, um einigermaßen gut zu leben.“

Für 9 ausgewachsene Hühner bekommen sie und ihr Mann im Schnitt etwa $38 (28€). Was sie sparen konnten, haben sie schließlich sogar in einen eigenen, kleinen Straßenkiosk investiert! Süßigkeiten und kleine Waren des täglichen Gebrauchs wechseln am Straßenrand ihren Besitzer. Mittlerweile versuchen sich die beiden auch an der Entenzucht, doch das sei sehr schwierig. „Sie werden einfach schneller krank, einige sind bereits gestorben.“ Aber On Von und ihr Mann haben dennoch nicht aufgegeben und nun schon etliche Dutzend Küken in ihrem Stall.

Unterstützt werden die beiden von ihren Söhnen (30 und 25), die es nach Thailand gezogen hat, wie so viele andere auch. Dort arbeiten sie auf Baustellen und schicken im Jahr ca. $50 (37€) an ihre Eltern. „Das ist nicht viel, aber sie müssen ja auch ihre eigenen Familien versorgen. Und so, wie es jetzt ist, ist es ganz gut für alle.“ Zwar haben On Von und ihr Mann ihr Reisfeld an jemand anderes verpachtet, aber durch die Geflügelzucht und den Kiosk können sie gut über die Runden kommen.

Yoeurn Ley und On VonIhr nächstes großes Ziel ist es, die Einkünfte zu sparen und sich ein neues Haus zu bauen. „Seht doch mal nach oben, bei Regen kommt immer alles durchgesickert“, erzählt uns On Von in ihrer Holzhütte. Wir sind überzeugt davon, dass sie auch diese Hürde erfolgreich schaffen werden.

– Ein neues Haus für Herrn Sue

Herr SueDanke, Eure Hilfe trägt Früchte!
Als wir anfingen, in der Battambang Provinz zu arbeiten, suchten wir die Kommune Baldamram nach den ID-poor Kriterien aus.

Die ID-poor Kriterien bilden eine Skala, die den Reichtum einer Person, eines Dorfes oder einer Kommune misst. Laut dieser Skala ist die Baldamram Kommune besonders bedürftig. Herr Sue ist einer der ersten Mitglieder des Family CARE Projekts gewesen. Er nimmt am Chicken Raising Course teil. Da er keinen persönlichen Besitz hat, lebt er auf dem Schulgelände. Als Gegenleistung passt er bei Nacht auf die Schule auf und repariert hier und dort etwas. Zusammen mit seiner fünfköpfigen Familie lebt er in einem Haus mit nur einem Raum, welches kaum vor Regen oder Sonne schützt.

Glücklicherweise weiß Herr Sue viel über Hühner, arbeitet manchmal als Bauarbeiter, Frisör oder Kräuterarzt. Ansonsten pflanzt er Gemüse an und hält einige Enten, falls es im Dorf keine Aufträge gibt. So verdient er im Monat rund 40 bis 50 USD (28-35 Euro).

Im Oktober konnten wir ihm, mit Eurer Hilfe, sieben Hennen, einen Hahn, Material für den Hühnerstall und das Training spenden. Herr Sue war immer aktiv und hat auch den anderen Mitgliedern immer tatkräftig geholfen.

„Während der Regenzeit war es nicht immer einfach“, sagt er, auf die Küken Bezug nehmend, die sehr unter dem starken Regen und der Hitze litten. „Viele der Küken sind gestorben“, dennoch haben rund 33 seiner jungen Hühner überlebt. Bald kann er sie für ca. jeweils 5 USD verkaufen. 165 USD ist ein guter Profit.

Das neue HausLetzten Monat hat Herr Sue angefangen, sich ein stabiles, wetterfestes Stelzenhaus zu bauen. Es wird ihn und seine Familie vor Sonne und Regen schützen. „Seit einer Weile hatte ich gespart”, erzählt er uns, „aber durch das Hühnerprogramm, kann ich die Bauarbeiten bald fertig stellen.”

Außerdem werden die Hühner bald wieder Eier legen. „Ich habe etwas worauf ich mich freuen kann“, sagt er, „Ich mache nicht nur einmal Gewinn“.